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Dr. Rita Hochwimmer 

Praxis am Tigerpark

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Teil 3: Rektusdiastase und Harninkontinenz nach Schwangerschaft

Normalisierung der Rumpfkraft

Ob diese Art von Training auch dabei hilft, die Diastase langfristig zu schließen oder aushärten zu lassen, ist bisher ungeklärt. Allerdings stellt dieses Training mit Sicherheit eine wirkungsvolle Möglichkeit dar, die flexorisches Rumpfkraft bei Patientinnen mit Rektusdiastase zu normalisieren. Die zentrale Therapie bei Harninkontinenz nach Schwangerschaft ist Beckenbodentraining. Zu einem solchen Training lassen sich aus den bisherigen Erörterungen folgende Thesen ableiten:

These 1: Es gibt Trainingsmethoden, bei denen die Beckenbodenmuskulatur mittels Synergistenaktivierung trainiert wird. Dazu zählt der Muskulus transversus abdominis, der jedoch durch Schwangerschaft und Rektusdiastase geschwächt wird. Möglicherweise wird deshalb Beckenbodentraining, das mit synergistischer Hilfe des Muskulus transverus abdominis arbeitet, bei Frauen mit Rektusdiastase nicht das Mittel der Wahl sein.

These 2: Auch Methoden, die über schnellen Hebungen des Zwerchfells eine reaktive Hebung und damit Kontraktion des Beckenbodens auszulösen versuchen, könnten aufgrund des veränderten (gesenkten) intraabdominalen Drucks nicht den gewünschten Effekt bringen. Denn klinische Beobachtungen legen nahe, dass die Rektusdiastase nicht nur zu einem Bulging nach außen, sondern auch zu einer Einziehung nach innen führt, welche einem effektiven Hochschnellen des Beckenbodens entgegenstehen könnte.

Druckspitzen auf den Beckenboden

These 3 bezieht sich auf die Behandlung von Rektusdiastase generell. Frauen mit Rektusdiastase haben mutmaßlich seit SSW 35 gesenkte maximale intraabdominale Druckwerte. Durch das Bulging werden Druckspitzen auf den Beckenboden ausgeglichen. Wird nun jedoch der oben erklärte Kompensationsmechanismus erlernt, kommt es damit neuerlich zu Druckspitzen auf den Beckenboden, welche, je nach zeitlicher Distanz zur Entbindung, lange Zeit nicht auf den betreffenden Beckenboden gewirkt haben. Daraus scheint ableitbar, dass, unerheblich ob eine HIK vorliegt oder nicht, der Beckenboden auf seine Ansteuerungsfähigkeit, Kraft und Ausdauerleistung hin untersucht werden sollte, bevor ein solcher Kompensationsmechanismus für ein effektives flexorisches Rumpfmuskeltraining angestrebt wird.

Viele offene Fragen

In den vergangenen zwei bis drei Jahren sind viele Studien erschienen, die unser Wissen über die Rektusdiastase erweitert haben. Trotzdem sind viele Fragen weiter offen. Studien aus der Hernienforschung haben die Frage, wer in welchem Maße von einer Rektusdiastasenoperation profitiert, bisher nicht gänzlich zu klären vermocht. Möglicherweise werden in den nächsten Jahren Korrelationen von zu erreichenden absoluten Kraftwerten und Patientinnenzufriedenheit gefunden.