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Dr. Rita Hochwimmer 

Praxis am Tigerpark

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Teil 1: Zusammenhang Rektusdiastase und Harninkontinenz nach Schwangerschaft?

Während der Schwangerschaft entwickeln fast alle Frauen eine Rektusdiastase, die sich bei jeder dritten nur schwer wieder schließt. Lange Zeit vermutete man eine Korrelation zwischen Muskelanomalie und Harninkontinenz. Das gilt neueren Studien zufolge zwar als widerlegt, das richtige Training hilft jedoch gegen beides.

Die Rektusdiastase, ein Auseinanderweichen der geraden Bauchmuskulatur, zählt zu den unechten Hernien. Ihre Prävalenz wird mit 30 bis 100 Prozent angegeben, da diese sich je nach Schwangerschaftswoche (SSW) oder Entfernung vom Zeitpunkt der Geburt verändert.

In SSW 35 beispielsweise beträgt die Prävalenz der Rektusdiastase etwa 100 %, sechs Wochen nach der Geburt ca. 60 %, sechs Monate post partum (p. p.) 35-45 % und zwölf Monate p. p. 30 %. Wie diese Zahlen zeigen, wird die natürliche Schließungsrate immer geringer, je mehr Zeit vergeht.

Zahlreiche Risikofaktoren

Als Risikofaktoren für das dauerhafte Bestehen einer Rektusdiastase werden ein geringer Abstand zwischen den Schwangerschaften, mehr als eine Sectio und möglicherweise das Heben schwerer Gewichte mehrmals wöchentlich (älteres Geschwisterkind) genannt.

Keinen Einfluss dürften hingegen Faktoren wie das Alter und Gewicht der Mutter, eine Gewichtszunahme in der Schwangerschaft, das Gewicht der Mutter vor der Schwangerschaft, der Geburtsmodus, das Geburtsgewicht, eine leichte Hypermobilität der Mutter, das Ausmaß des Rumpf- und Beckenbodentrainings sowie ein generelles Training zwölf Monate nach der Geburt haben. 

Bei Harninkontinenz (HIK) handelt es sich um einen ungewollten Harnverlust, der nach der Schwangerschaft meist als Belastungsinkontinenz oder Stressinkontinenz auftritt. Aus skandinavischen Studien, die mehr als 10.000 Frauen einschließen, sind mittlerweile verlässliche Zahlen zur Prävalenz von Harninkontinenz nach einer Schwangerschaft sowie die Risikofaktoren bekannt: Die Prävalenzrate liegt sechs Monate p. p. bei 32 %. Zu den Risikofaktoren zählen eine Harninkontinenz schon in der Schwangerschaft, das Alter der Mutter bei der Geburt, ein hoher Body-Mass-Index (BMI) der Mutter, eine Forcepsentbindung und eine vaginale Geburt (verglichen mit Sectio).

Korrelation widerlegt

Seit 2007 wurde von einer Korrelation zwischen Rektusdiastase und Harninkontinenz nach Schwangerschaft ausgegangen. Neueste Studien belegen jedoch, dass eine solche Korrelation zwischen Rektusdiastase und Beckenbodendysfunktion nicht besteht.

Durch die hohe Prävalenz (30 % HIK sechs Monate p. p. und 45 % Rektusdiastase sechs Monate p. p.) treten beide Probleme jedoch häufig gemeinsam auf. Frauen mit Rektusdiastase haben zwar nicht mehr Harninkontinenz als Frauen ohne, jedoch auch nicht weniger.

Statistisch gesehen ist somit jede dritte Frau, die sich mit einer Rektusdiastase in Physiotherapie begibt, auch harninkontinent. Um zu klären, wie die physiotherapeutische Behandlung von Harninkontinenz und Rektusdiastase aussehen könnte, muss man zuvor die Frage nach den mechanischen Auswirkungen einer solchen stellen.

Welche das sind, lesen Sie nächste Woche hier auf meinem Blog.