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Dr. Rita Hochwimmer 

Praxis am Tigerpark

Lerchengasse 21/7

1080 Wien

 

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Grundlage für optimales Beckenbodentraining: Beckenboden testen

Physiotherapeutische Möglichkeiten der Beckenbodenbeurteilung und des Beckenodentrainings

Besonderheiten der Beurteilung des Beckenbodens

Wir PhysiotherapeutInnen beurteilen Skelettmuskeln nach gewissen Gesichtspunkten. Wir beurteilen Grundspannung, Dehnfähigkeit, Kraft und Ausdauer. Zum Großteil verwenden wir hierzu standardisierte Testmethoden. Dazu gehört, dass wir die Muskelkraft in 5 Kraftgrade einteilen. Dieses System der Beurteilung erlernt jede/R Physiotherapeutin für jeden Muskel des Körpers in ihrer Grundausbildung.

Ausnahme Beckenboden

Der Beckenboden zählt zu den wenigen Muskeln, den PhysiotherapeutInnen in ihrer Grundausbildung nicht testen lernen. Dies zu erlernen erfordert eine spätere Spezialisierung und zusätzliche Fortbildungen. Denn wir testen die Beckenbodenkraft über eine interne, also eine vaginale bzw. rektale Tastuntersuchung.

Tastuntersuchung nach PERFect

Auch bei der Tastuntersuchung des Beckenbodens zum Zweck der Testung seiner Muskelkraft hat sich mittlerweile eine standardisierte Methode etabliert. Spezialisierte PhysiotherapeutInnen wenden das so genannte PERFect System an. Die Patientin wird dabei aufgefordert den Beckenboden so stark sie kann anzuspannen. Dann muss sie dies so lang und oft sie kann (maximal 10 Sekunden, 10 Mal). Auch 10 schnelle Anspannungen muss sie durchführen. Mit Hilfe des tastenden Fingers beurteilt die Therapeutin die Beckenbodenkraft auf einer Skala von 0-5. Die Dauer der Anspannung in Sekunden, die maximale Wiederholungszahl und die Anzahl der möglichen schnellen Kontraktionen hält die Physiotherapeutin ebenfalls fest. Am Ende der Untersuchung geben uns 4 Zahlen Aufschluss über Kraft, Ausdauer und Entspannungsfähigkeit des Beckenbodens.

Ultraschall als Biofeedback für den Beckenoden

Spezialisierten Physiotherapeutinnen verwenden als relativ neue Methode Biofeedback mittels perinealem Ultraschall. Dabei liegt der Ultraschallkopf am Damm der Patientin. Am Bildschirm erscheinen die Organe des kleinen Beckens. Beurteilt werden die Hebung der Kleinbeckenorgane bei Beckenbodenspannung , die Lageveränderung der organe zueinander, die Fähigkeit die Harnröhre zu „verschließen“ und die Fähigkeit den Afterschließmuskel zu aktivieren. Zudem beurteilt die Therapeutin die Beckenbodenfunktion bei dieser Untersuchung auch im Stand.

Unmittelbares optisches Feedback der Beckenbodenfunktion

Die Vorteile von Ultraschall als Biofeedback liegen darin, dass die Patientin tatsächlich die Funktion ihres Beckenbodens auf dem Bildschirm verfolgen kann. Sie erhält Rückmeldung darüber, ob und wie sie die richtige Bewegung macht, um beispielsweise ihre Harnröhre zu „schließen“ und damit ungewollten Harnverlust etwa beim Husten etc. zu vermeiden. Auch die Hebung des Beckenbodens und die damit verbundene Lageveränderung der Kleinbeckenorgane zueinander kann die Patinetin beobachten. Eine solche, dauerhafte Lageveränderung ist etwa Senkungs- und Entleerungsstörungen das Ziel des Beckenbodentrainings.

Ungestörtes Testen und Trainieren der Funktionen des Beckenbodens

Während beim herkömmlichen Biofeedback mittels EMG häufig Artefakte die Beurteilung der Muskelfunktion stören, kommt es bei der Beurteilung des Beckenbodens mit Hilfe von Biofeedback nicht zu dieser Beeinträchtigung. Zudem sieht die Patientin unmittelbar ihren Beckenboden und nicht etwa eine Balkenkette auf einem Display. Somit erhält sie eine unmittelbare Rückmeldung über die Richtigkeit ihres Trainings. Darüber hinaus ist das Biofeedback mittels Ultraschall nicht unangenehm oder störend, wie das etwa eine vaginal oder rektal eingebrachte Sonder zur Ableitung der Beckenbodenfunktion.

Mehr Klarheit über Defizite, Anspannungsdauer und aufzuwendende Kraft

Da die Therapeutin die einzelnen Abschnitte des Beckenbodens testet, fällt es mittels Ultraschall leichter die richtigen Übungen auszuwählen. Einem etwaigen nach unten Pressen der Übenden wird vorgebeugt, da es direkt am Bildschirm beobachtet und korrigiert wird. Auf diese Weise wird Anspannungsdauer und Kraftausmaß beim Beckenbodentraining optimal an die Übende Person angepasst.