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Experteninterview - Elektrostimulation und Biofeedback

Im Interview erzählt Dipl. Ing. Berger wie Elektrostimulation und Biofeedback wirken, warum es bei Harninkontinenz und Stuhlinkontinenz zum Einsatz kommt, wer einen einschult, wann ein solches Training nicht möglich ist, was die Therapie kostet und wie diese durchgeführt wird.

Es freut mich heute einen Experten auf meinem Blog begrüßen zu dürfen. Herr Dipl. Ing. Markus Berger ist Geschäftsführer der Firma tic Medizintechnik, welche auf geräteunterstützte Beckenbodentherapie spezialisiert ist. Er hat sich bereit erklärt ein paar Fragen zum Thema Elektrostimulation für meine LeserInnen zu beantworten.

 

RH: Herr Berger, viele PatientInnen wissen nicht, dass es Elektrostimulation und Biofeedback gibt. Können Sie kurz erklären was die beiden Dinge sind und wie Elektrostimulation bzw. Biofeedback funktioniert?

Dipl. Ing. Berger: Mittels elektrischer Impulse werden Nerven stimuliert. Die Nerven aktivieren die entsprechenden Muskeln, welche sich dabei anspannen. Wenn der Impuls wieder aufhört entspannt der Muskel.

 

Beim Biofeedback wird der vom Patienten aktiv angespannte Muskel visuell dargestellt – das heißt, dass die Anspannung gemessen wird. Am Gerätedisplay erscheint eine Balkenkette, welche die eigene Muskelkraftaufwendung anzeigt.

RH: Bei welchen Krankheiten hilft Biofeedback und Elektrostimulation des Beckenbodens?

Dipl. Ing. Berger: Im Bereich des Beckenbodens gibt es viele Muskeln, die für das Funktionieren unserer Ausscheidungsorgane verantwortlich sind. Arbeitet die Muskulatur zu schwach, kommt es zu unfreiwilligem Harn- oder Stuhlverlust. Sind die Muskeln zu aktiv, kann es zu erschwertem Harn lassen oder zu erschwertem Stuhl absetzen kommen. Um die Ausscheidung wieder zu normalisieren kann, als eine Therapieform, Elektrostimulation und Biofeedback eingesetzt werden.

RH: Ersetzt Elektrostimulation ein herkömmliches Beckenbodentraining?

Dipl. Ing. Berger: Nein. Das herkömmliche Beckenbodentraining umfasst eine Vielzahl an Übungen für die unterschiedlichen Muskelgruppen, Bänder und Organe. Die Elektrostimulation hilft Muskeln wieder aufzubauen und ist als Erweiterung des herkömmlichen Beckenbodentrainings zu verstehen.

RH: Wie läuft das Training mit Elektrostimulation ab? Wo führt man das Training durch? Wer schult einen ein?

Dipl. Ing. Berger: Die Elektrostimulation wird Ihnen bei Bedarf vom Facharzt verordnet. Ihre Therapeutin zeigt Ihnen, wie die Trainingseinheiten mit dem Elektrostimulationsgerät durchgeführt werden. Das Training wird in Folge selbstständig und bequem in häuslicher Umgebung ausgeführt. (In der Regel täglich 20 Minuten über einen Zeitraum von 3 Monaten)

RH: Was kostet die Verwendung eines Elektrostimulationsgeräts? Muss man es kaufen?

Dipl. Ing. Berger:  Die meisten Krankenkassen übernehmen die Kosten für diese Therapieform. Allerdings fällt ein Selbstbehalt für PatientInnen an. Dieser richtet sich nach den Satzungen der Krankenkasse.

 

z.B. Wiener Gebietskrankenkasse 32,40 € ( Eigenanteil für Heil- und Hilfsmittel ) für 2016

RH: Gibt es Gründe, die gegen die Verwendung von Elektrostimulation oder Biofeedback sprechen?

Dipl. Ing. Berger: Bei Personen mit Herzschrittmachern und Trägern von Metallimplantaten im Behandlungsgebiet, darf aus Sicherheitsgründen keine Elektrostimulation angewendet werden.

RH: Gibt es noch etwas, dass Sie den LeserInnen sagen wollen?

Dipl. Ing. Berger: Oft höre ich von PatientInnen, wie einfach das Wiedererlangen der Kontrolle über Harn und Stuhl mit der Elektrostimulationstherapie war und wenn sie das gewusst hätten, wären Sie schon früher zum Arzt gegangen, um diese Therapieform nutzen zu können Ich rate Ihnen daher rechtzeitig, bei den ersten Anzeichen eines ungewollten Harn- oder Stuhlverlustes bzw. einer verspannten Beckenbodenmuskulatur, mit Ihrem Arzt zu sprechen.

 

RH: Vielen Dank für das Gespräch!